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Rue de la Canebière – von Sophie Lingg und Johanna Mark

29 Jun

La Canebiere ist die ehemalige Prachtstraße Marseilles. Sie verläuft vom alten Hafen weg, bis hin zur Kirch St. Vincent de Paul, die Kirche der Reformierten.

Geschichte:

Die Canebière wurde 1666 im Zuge der von Ludwig XIV angeordneten Stadterweiterung angelegt. Ihr Name wird vom Wort „Canebe“ – Hanf – abgeleitet, was an die Seilmacher erinnern soll, die hier ab dem Mittelalter ansässig waren.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Straße bis zum Hafen verlängert, als das Grand Arsenal verlegt wurde. Die großartigen Gebäude der ehemaligen Prunkstraße entstanden erst im Anschluss an diese Verlängerung und im Laufe der Kolonialzeit.

Dank der Cafés, großen Hotels und Geschäfte, die zahlreiche Intellektuelle und Geschäftsleute anziehen, erwirbt die Canebière Weltruhm und wird zu einem Symbol für die Hafenstadt Marseille.

Offiziell führt die Canebière seit 1928 vom Alten Hafen bis zur Kirche Les Réformés.
 Einige der an der Canebière stehenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Außerdem findet der berühmte Weihnachtsmarkt von Marseille seit 1803 auf der Rue de la Canebière statt.

Seit den 70er Jahren hat die einstige Prachtstraße aber ihren Charme verloren. Durch den Verkehrszuwachs ist sie zu einer vielbefahrenen Straße geworden. Sie wird auch gerne mit der in Paris gelegenen Avenue des Champs-Élysées  verglichen.

Zwischen Cours Belsunce beziehungsweise Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi gibt es überwiegend bereits verfallende oder vernachlässigte Fassaden.Es wird bereits daran gearbeitet, die gesamte Straße mit Umgebung wieder lebenswerter zu gestalten, z.B mit der Erneuerung der alten Straßenbahnstrecke und neuen Wagen der „Tramway 68“.

Einige Gebäude haben allerdings besonders schöne Fassaden aus dem 18. und 19. Jh., zum Beispiel des Börsengebäude und die Gebäude der heutigen Kaufhäuser Monoprix und C & A

Nun noch ein paar Sehenswürdigkeiten:

Hôtel de Noailles

Dieses schöne Hotel wurde 1865 vom Architekten Bérengier erbaut. Das Luxushotel, in dem bedeutende Persönlichkeiten wie auch Künstler und Politiker wohnten, wurde bis 1979 betrieben.
Im übrigen waren sämtliche Hotels der Rue Noailles so berühmt, dass ihnen in der lokalen Zeitung sogar eine eigene Rubrik gewidmet wurde. Heute ist das „Noailles“, das nach wie vor zu einer der besten Adressen in Marseille gehört, ein Bürogebäude.

Die Oper

Zahlreiche, über die ganze Stadt verteilte Bühnen zeugen vom Interesse der Bevölkerung von Marseille für Theater und Oper. Das „Grand Théâtre“ wurde nachh dem Abriss des Arsenals erbaut.

Das „Grand Théâtre“, wurde vom des Architekten Bernard im neoklassizistischen Stil erbaut. 1919 wurden Bühne und Saal vollständig durch einen Brand zerstört; nur die tragenden Wände und die Steinfassade blieben erhalten. Von 1921 bis 1924 wurde die Oper im Art Déco-Stil wieder aufgebaut. Castels Idee war, eine Vielfalt von Künstlern zu bitten, an dem Bau mitzuwirken, und dies in den verschiedensten Bereichen: Malerei, Skulptur, Mosaik, Kunstschmiedearbeiten, usw.

Die Marseiller Oper ist weltweit eines der wenigen Beispiele von im Art Déco-Stil gestalteten öffentlichen Bauten.

Das Café Turc

Das Café Turc war eins der ersten exklusiven Cafés auf der Canebière. Es war mit einem orientalischen Salon eingerichtet und hatte, um die Weltoffenheit der Stadt zu symbolisieren, eine Uhr, die die Uhrzeiten von der Türkei, China, Arabien und Europa anzeigte. Leider wurde das Café Turc, mit seinem besonderen Flair, nach dem ersten Weltkrieg geschlossen.

Das „Monument aux Mobiles“

Das „Monument aux Mobiles“ wurde 1894 für die im Krieg von 1870 gefallenen Soldaten errichtet. Es zeigt die Verkörperung des bewaffneten Frankreichs, zu deren Füßen tapfere Soldaten liegen. Das Gefallenendenkmal ist häufig der Ausgangspunkt von Demonstrationen, aber auch von Paraden und Umzügen, wie z. B. am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, oder beim Karneval, wo die Helden des Tages unter dem Jubel des stets zum Feiern aufgelegten Publikums stolz ihre Kostüme auf der Canebière vorführen.

Les allées de Meilhan

Die Allées de Meilhan bilden den letzten Abschnitt der Canebière. Der Ausbau im Jahr 1666 sah eine öffentliche Promenade vor den Toren der Stadt vor. Die Bauarbeiten wurden 1775 abgeschlossen. Die Allee war damals berühmt für ihre Tanzlokale, in denen sich vor allem die jungen Leute amüsierten.
Der Stil der Gebäude unterscheidet sich grundlegend von dem der auf der Canebière und der Rue Noailles stehenden Bauten, die zum Großteil Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurden. Auf diesem Teilstück der Canebière findet der alljährliche Weihnachtsmarkt statt, eine der lebendigsten und beliebtesten Traditionen in Marseille.
Am Ende der Revolution begann ein Marseiller mit  der Herstellung von bemalten Tonfiguren, den „Santouns“, was so viel heißt wie kleine Heilige, diese werden an Weihnachten als Krippenfiguren verwendet.

Die Geschichte des Weihnachtsmarkts reicht bis zur französischen Revolution zurück, und macht ihn somit zum ältesten Markt für provenzalische Krippenfiguren.
Weihnachten 1803 wurden erstmals die Santouns auf dem Markt verkauft.

Der Weihnachtsmarkt von Marseille wird jedes Jahr am letzten Sonntag im November eröffnet und dauert bis zum 31. Dezember.

Kirche Les réformés, St. Vincent de Paul

Im 14. Jahrhundert ließen sich die Augustiner-Eremiten am Alten Hafen nieder, wo heute die Kirche Saint-Ferréol steht. Im 16. Jahrhundert wurde der Orden reformiert und erbaute als neuer Orden am Ende der Canebière ein neues Kloster. Im Jahre 1803 wurde in dem ständig anwachsenden Viertel eine neue Gemeinde gegründet.

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Rue de la Canebière

29 Jun

La Canebiere ist die ehemalige Prachtstraße Marseilles. Sie verläuft vom alten Hafen weg, bis hin zu Kirche St. Vincent de Paul, die Kirche der Reformierten.

Die Canebière wurde 1666 im Zuge der von Ludwig dem XIV. angeordneten Stadterweiterung angelegt. Ihr Name wird vom Wort „Canebe“ – Hanf – abgeleitet, was an die Seilmacher erinnern soll, die hier ab dem Mittelalter ansässig waren. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Straße bis zum Hafen verlängert, als das Grand Arsenal verlegt wurde. Die großartigen Gebäude der ehemaligen Prunkstraße entstanden erst im Anschluss an diese Verlängerung und im Laufe der Kolonialzeit.

Dank der Cafés, großen Hotels und Geschäfte, die zahlreiche Intellektuelle und Geschäftsleute anziehen, erwirbt die Canebière Weltruhm und wird zu einem Symbol für die Hafenstadt Marseille. Offiziell führt die Canebière seit 1928 vom Alten Hafen bis zur Kirche Les Réformés.
Einige der an der Canebière stehenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Außerdem findet der berühmte Weihnachtsmarkt von Marseille seit 1803 auf der Rue de la Canebière statt.

Seit den 70er Jahren hat die einstige Prachtstraße aber ihren Charme verloren. Durch den Verkehrszuwachs ist sie zu einer vielbefahrenen Straße geworden. Sie wird auch gerne mit der in Paris gelegenen Avenue des Champs-Élysées verglichen.

Zwischen Cours Belsunce beziehungsweise Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi gibt es überwiegend bereits verfallende oder vernachlässigte Fassaden.

Es wird bereits daran gearbeitet, die gesamte Straße mit Umgebung wieder lebenswerter zu gestalten, z.B mit der Erneuerung der alten Straßenbahnstrecke und neuen Wagen der „Tramway 68“.

Einige Gebäude haben allerdings besonders schöne Fassaden aus dem 18. und 19. Jh., zum Beispiel des Börsengebäude und die Gebäude der heutigen Kaufhäuser Monoprix und C & A

Nun noch ein paar Sehenswürdigkeiten:

Hôtel de Noailles

Dieses schöne Hotel wurde 1865 vom Architekten Bérengier erbaut. Das Luxushotel, in dem bedeutende Persönlichkeiten wie auch Künstler und Politiker wohnten, wurde bis 1979 betrieben.
Im übrigen waren sämtliche Hotels der Rue Noailles so berühmt, dass ihnen in der lokalen Zeitung sogar eine eigene Rubrik gewidmet wurde. Heute ist das „Noailles“, das nach wie vor zu einer der besten Adressen in Marseille gehört, ein Bürogebäude.

Die Oper

Zahlreiche, über die ganze Stadt verteilte Bühnen zeugen vom Interesse der Bevölkerung von Marseille für Theater und Oper. Das „Grand Théâtre“ wurde nachh dem Abriss des Arsenals erbaut.

Das „Grand Théâtre“, wurde vom des Architekten Bernard im neoklassizistischen Stil erbaut. 1919 wurden Bühne und Saal vollständig durch einen Brand zerstört; nur die tragenden Wände und die Steinfassade blieben erhalten. Von 1921 bis 1924 wurde die Oper im Art Déco-Stil wieder aufgebaut. Castels Idee war, eine Vielfalt von Künstlern zu bitten, an dem Bau mitzuwirken, und dies in den verschiedensten Bereichen: Malerei, Skulptur, Mosaik, Kunstschmiedearbeiten, usw.

Die Marseiller Oper ist weltweit eines der wenigen Beispiele von im Art Déco-Stil gestalteten öffentlichen Bauten.

Das Café Turc

Das Café Turc war eins der ersten exklusiven Cafés auf der Canebière. Es war mit einem orientalischen Salon eingerichtet und hatte, um die Weltoffenheit der Stadt zu symbolisieren, eine Uhr, die die Uhrzeiten von der Türkei, China, Arabien und Europa anzeigte. Leider wurde das Café Turc, mit seinem besonderen Flair, nach dem ersten Weltkrieg geschlossen.

Das „Monument aux Mobiles“

Das „Monument aux Mobiles“ wurde 1894 für die im Krieg von 1870 gefallenen Soldaten errichtet. Es zeigt die Verkörperung des bewaffneten Frankreichs, zu deren Füßen tapfere Soldaten liegen. Das Gefallenendenkmal ist häufig der Ausgangspunkt von Demonstrationen, aber auch von Paraden und Umzügen, wie z. B. am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, oder beim Karneval, wo die Helden des Tages unter dem Jubel des stets zum Feiern aufgelegten Publikums stolz ihre Kostüme auf der Canebière vorführen.

Les allées de Meilhan

Die Allées de Meilhan bilden den letzten Abschnitt der Canebière. Der Ausbau im Jahr 1666 sah eine öffentliche Promenade vor den Toren der Stadt vor. Die Bauarbeiten wurden 1775 abgeschlossen. Die Allee war damals berühmt für ihre Tanzlokale, in denen sich vor allem die jungen Leute amüsierten.
Der Stil der Gebäude unterscheidet sich grundlegend von dem der auf der Canebière und der Rue Noailles stehenden Bauten, die zum Großteil Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurden. Auf diesem Teilstück der Canebière findet der alljährliche Weihnachtsmarkt statt, eine der lebendigsten und beliebtesten Traditionen in Marseille.
Am Ende der Revolution begann ein Marseiller mit  der Herstellung von bemalten Tonfiguren, den „Santouns“, was so viel heißt wie kleine Heilige, diese werden an Weihnachten als Krippenfiguren verwendet.

Die Geschichte des Weihnachtsmarkts reicht bis zur französischen Revolution zurück, und macht ihn somit zum ältesten Markt für provenzalische Krippenfiguren.
Weihnachten 1803 wurden erstmals die Santouns auf dem Markt verkauft.

Der Weihnachtsmarkt von Marseille wird jedes Jahr am letzten Sonntag im November eröffnet und dauert bis zum 31. Dezember.

Kirche Les réformés, St. Vincent de Paul

Im 14. Jahrhundert ließen sich die Augustiner-Eremiten am Alten Hafen nieder, wo heute die Kirche Saint-Ferréol steht. Im 16. Jahrhundert wurde der Orden reformiert und erbaute als neuer Orden am Ende der Canebière ein neues Kloster. Im Jahre 1803 wurde in dem ständig anwachsenden Viertel eine neue Gemeinde gegründet.

Johanna Mark & Sophie Lingg